Was Lackschutz überhaupt macht
Jede dieser drei Schichten liegt auf dem Klarlack, nicht darin. Sie verändert, wie sich die
Oberfläche verhält, also wie Wasser abläuft, wie stark sich Schmutz festsetzt, wie leicht Insekten und
Vogelkot wieder abgehen und wie tief die Farbe wirkt. Was sie nicht verändert, ist der Lack darunter.
Für alle drei gilt derselbe Satz. Sie konservieren den Zustand, in dem der Lack gerade ist, weshalb jemand,
der Swirls unter eine Beschichtung legt, hinterher schlicht versiegelte Swirls hat und sich über die
nächsten zwei Jahre daran erfreuen darf. Über das Ergebnis bestimmt die Vorbereitung, nicht das
Schutzprodukt.
Keramik ist kein Kratzschutz
Eine Keramikbeschichtung erleichtert die Reinigung und erhöht den Oberflächenschutz, macht den Lack aber
nicht kratzfest. Koch-Chemie beschreibt die Schicht selbst als „abrasivbeständig“. Das meint die
Beständigkeit der Versiegelung. Nicht, dass der Lack darunter unempfindlich gegen Kratzer wird.
Waschstraßenkratzer entstehen auch auf einem beschichteten Fahrzeug. Was sich ändert, ist etwas anderes:
Schmutz haftet schlechter, die Wäsche geht dadurch leichter von der Hand, und wer leichter wäscht, drückt
weniger Partikel über den Lack und kratzt deshalb weniger. Der Effekt ist real. Er läuft nur über die
Reinigung, nicht über eine Panzerung.
Die Vorbereitung entscheidet
Bei allen drei Varianten liegt der größere Teil der Arbeit vor dem Schutzprodukt. Der Lack muss gewaschen,
dekontaminiert und entfettet sein, und bei einer Beschichtung kommt fast immer eine Politur dazu, weil die
Schicht den Zustand der Oberfläche für die nächsten Monate oder Jahre festschreibt. Danach ist es zu
spät.
Ein Detail wird in der Praxis oft übersehen. Nicht jede Politur eignet sich vor einer Beschichtung.
Koch-Chemie gibt für One Cut & Finish P6.02 ausdrücklich an, dass das Produkt Carnaubawachs und
nichtflüchtige Silikone enthält. Vor einer Beschichtung ist eine reine Schleifpolitur die bessere Wahl.
Mehr dazu steht in der Lackmatrix.
Was kostet das?
Die Preise unterscheiden sich weniger durch das Produkt als durch die Vorarbeit. Eine Sprühversiegelung ist
im Rahmen einer Aufbereitung in wenigen Minuten aufgetragen, während eine Keramikbeschichtung auf einem
Fahrzeug, das vorher mehrstufig poliert, entfettet und kontrolliert werden muss, sich ohne Weiteres über
mehrere Tage zieht. In diesen Stunden liegt der Unterschied, nicht im Gebinde.
Was das für dein Fahrzeug bedeutet, hängt von Größe, Lackzustand und gewünschtem Ergebnis ab. Die aktuellen
Preise stehen auf der Seite Leistungen & Preise.
Kurz zusammengefasst
- Sprühversiegelung. Schnell, günstig, Wochen bis Monate. Ideal als Auffrischung nach der Wäsche.
- Wachs. Der wärmste Glanz. Schützt auch Gummi und Kunststoff, will aber regelmäßig wiederholt werden.
- Keramik. Die längste Standzeit und das beste Easy-to-Clean-Verhalten. Dafür die aufwendigste Vorbereitung. Und kein Kratzschutz.
Quellen anzeigen (5)
-
1K-Nano, Nano-Lackversiegelung, technisches Merkblatt (PDF)
Koch-Chemie. Haltbarkeit, Beständigkeit, Easy-to-Clean, Glanzgrad
-
ProtectorWax, Premium-Konservierungswachs, technisches Merkblatt (PDF)
Koch-Chemie. Schutzwirkung, Hydrophobierung, Abdecken feiner Kratzer
-
Spray Sealant S0.02, technisches Merkblatt (PDF)
Koch-Chemie. Eigenschaften, Anwendung, Anforderungen an die Oberfläche
-
Spray ist nicht gleich Spray
Koch-Chemie Expertblog. Standzeit einer Sprühversiegelung im Verhältnis zur Keramikversiegelung
-
One Cut & Finish P6.02
Koch-Chemie. Hinweis auf Carnaubawachs und nichtflüchtige Silikone