Was bei der Rückgabe geprüft wird
Das Fahrzeug wird systematisch durchgesehen. DEKRA beschreibt den eigenen Ablauf als kritische Sichtprüfung von Innen-, Motor- und Kofferraum sowie der Karosserie, Kontrolle der Unterseite samt Fahrwerk, Funktionsprüfung der Ausstattungsteile und eine kurze Fahrprobe. Auffälligkeiten werden protokolliert und am Fahrzeugschema markiert.
Die Rücknahme erfolgt in der Regel im Beisein des Kunden, und das Protokoll geht an ihn. Dieses Protokoll entscheidet später über die Abrechnung. Es lohnt sich also, es vor Ort in Ruhe durchzugehen statt es ungelesen zu unterschreiben. Der ADAC rät ausdrücklich dazu, das Mängelprotokoll vor der Unterschrift zu prüfen und den Zustand vorher selbst mit Fotos von allen Seiten zu dokumentieren.
Gebrauchsspur oder Schaden?
Die Logik dahinter ist einfach. Normale Gebrauchsspuren sind bereits durch die Leasingraten abgegolten. Bewertungsrelevant ist, was darüber hinausgeht und den Restwert des Fahrzeugs mindert. DEKRA formuliert die Abgrenzung genau so. Welche Mängel sind als Schaden wertmindernd zu berücksichtigen, und welche gelten als normale Gebrauchsspuren.
Der ADAC ergänzt das juristisch. Das Fahrzeug muss bei der Rückgabe nicht im Neuzustand sein. Es genügt, wenn der Zustand dem Alter und der Laufleistung entspricht. Nicht jeder Kratzer, Steinschlag oder jede kleine Delle muss bezahlt werden.
Eher normale Gebrauchsspuren
Was bei einem Fahrzeug dieses Alters und dieser Laufleistung zu erwarten ist:
- leichte, altersübliche Nutzungsspuren
- kleinere oberflächliche Kratzer im Klarlack
- vereinzelte, geringe Steinschläge
- leichte Gebrauchsspuren im Innenraum
- normale Verschmutzung
Möglicherweise bewertungsrelevant
Was erfahrungsgemäß häufiger im Protokoll landet:
- tiefe Lackkratzer, die den Klarlack durchdringen
- größere Dellen
- starke Felgenschäden durch Bordsteinkontakt
- Risse in Polstern, Leder oder Kunststoff
- Brandlöcher
- starke Lederbeschädigungen und Abrieb
- beschädigte Kunststoff- und Zierteile
- starke Tierhaarbelastung
- Nikotinrückstände und festsitzende Gerüche
- Steinschläge oder Risse in Scheiben
Diese Einteilung ist eine Orientierung, keine Einstufung
Ob ein konkreter Mangel als Gebrauchsspur oder als Schaden gilt, entscheidet der Katalog, der im Leasingvertrag vereinbart wurde. DEKRA weist ausdrücklich darauf hin, dass der geltende Katalog bei Vertragsabschluss festgelegt und beiden Parteien zugänglich sein muss. Wer wissen will, was für sein Fahrzeug gilt, schaut zuerst in den eigenen Vertrag.
Warum eine Prüfung vor der Rückgabe sinnvoll ist
Der Grund ist banal. Aufbereitung braucht Zeit, und manche Arbeiten hängen voneinander ab. Eine Lackkorrektur geht an einem Tag. Eine Lederreparatur, ein Smart Repair an mehreren Stellen, eine Felgeninstandsetzung oder ein Ersatzteil mit Lieferzeit gehen das nicht. Am Tag vor der Rückgabe erst recht nicht.
Als Faustregel: etwa vier bis acht Wochen vor dem Rückgabetermin prüfen lassen. Dieser Vorlauf stammt aus der Praxis, nicht aus einer Vorschrift. Er reicht erfahrungsgemäß für die Punkte, die zusätzliche Termine oder Wartezeit erzeugen:
- Politur und Lackkorrektur
- Lederreparatur
- Spot Repair und Smart Repair
- Felgenreparatur
- Ersatzteile mit Lieferzeit
- zusätzliche Termine bei Fremdgewerken
Eine professionelle Vorbereitung kann vermeidbare Mängel und mögliche Nachberechnungen reduzieren. Eine Garantie ist sie nicht. Weder dafür, dass nichts berechnet wird, noch dafür, wie ein Gutachter bewertet.
Was sich aufbereiten lässt, und was nicht
Hier ist eine ehrliche Einordnung mehr wert als ein Verkaufsversprechen. Polieren arbeitet im Klarlack. Solange ein Defekt im Klarlack liegt, lässt er sich reduzieren oder entfernen. Ist er durchgedrungen, endet die Politur.
Lässt sich in der Regel verbessern
- Waschstraßenkratzer, Swirls und Hologramme
- matte, verwitterte Lackflächen
- leichte bis mittlere Kratzer im Klarlack
- Verschmutzung, Flecken und Gebrauchsspuren im Innenraum
- Tierhaare
- Gerüche, wenn die Ursache erreichbar ist
- leichter Lederabrieb und Verschmutzung im Leder
Lässt sich durch Politur nicht lösen
- Kratzer, die den Klarlack vollständig durchdrungen haben
- Dellen und Verformungen
- Risse in Leder, Stoff oder Kunststoff
- Brandlöcher
- Steinschläge im Lack bis auf den Untergrund
- Felgenschäden mit Materialabtrag
- Scheibenschäden
Für einen Teil dieser Punkte gibt es eigene Verfahren. Spot Repair, Smart Repair, Dellendrücken, Felgeninstandsetzung. Was davon sinnvoll ist, hängt vom Aufwand im Verhältnis zur möglichen Wertminderung ab. Der ADAC weist darauf hin, dass bei der Rückgabe in der Regel der tatsächliche Minderwert abgerechnet wird und nicht die volle Reparatursumme. Es kann also wirtschaftlicher sein, einen Schaden stehen zu lassen.
